Bahnhofareal Liestal

Die Bedeutung des «Bahnhofs» beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Erstehung einer Fahrkarte und die Inangriffnahme einer Reise, sondern steht heute vielmehr für einen schnelllebigen Transitort für eilige Pendlerströme. Die effektiven Funktionen des Bahnbetriebs machen nur noch einen verschwindend kleinen Teil aus. Umso mehr wird das Bahnhofgebäude innerhalb des Stadtgefüges zu einem kräftigen Zeichen für den Ort der Anbindungen an Nachbarregionen und an urbane Zentren.
Das Aufnahmegebäude erhält in der vollen Länge bis zum abschliessenden Bürogebäude in einer einheitlichen Ausbildung die eigenständige Identität, die für die öffentliche Nutzung beansprucht werden kann. Dabei bleibt im Aufnahmegebäude das transparente Erdgeschoss für den Zugang zur Bahn durchlässig, lediglich unterbrochen durch zwei Vertikalerschliessungen. Darüberliegend sind in einer ersten Schicht Büros und Arztpraxen angedacht und in den weiteren beiden Geschossen Wohnungen, wovon die grösseren als Duplex ausgebildet sind und sich mit grosszügigen Dachterrassen zum Sonnenlicht erstrecken.

Die bahn- bzw. südseitigen Immissionen erfordern spezielle Lösungen für die innere Organisation, die Nutzung und die Belichtung der Räume. Erschliessungs- und Nebenraumbereiche sind daher konsequent bahnseitig angelegt und ein Grossteil der Wohnungen erhält Licht über Dach und Oblichtfenster. Das Bürogebäude übernimmt die Attitüden des Aufnahmegebäudes, öffnet sich allerdings rundum gleichmässig und seriell, was grosse Flexibilität für alle möglichen Nutzungen ergibt. Die öffentliche Nutzung im Erdgeschoss richtet sich auf den Emma-Herwegh-Platz, im langen schmalen Zwischenbereich wird mit der durchgehenden Vordachkante die Anlegespur des öffentlichen Verkehrs definiert, der darüberliegende Verbindungstrakt eignet sich als attraktive oberirdische Velostation. Die gewählte Materialisierung unterstützt den kräftigen Auftritt als öffentliches Gebäude und bietet den eigenständig gestalteten Neubauten am Bahnhofplatz ein gleichwertiges Gegenüber und erhält so seine klare Identität. Sichtmauerwerk und Betonzeilen unterstützen die Ausprägung des Gebäude-Ensembles und bieten als sehr widerstandsfähige Materialien nachhaltigen Schutz im Zusammenhang mit Immissionen wie Lärm, Erschütterungen, Verschmutzung und Witterung.

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PROJEKTDATEN

Projektwettbewerb Februar 2016, 1. Rang

Standort:
Bahnhof Liestal

Auslober:
SBB Immobilien, Development Anlageobjekte Mitte, Olten

Architekt: Burkard Meyer
Projektteam: Oliver Dufner, Daniel Krieg,
Adrian Meyer, Andreas Signer (Verantwortlicher Partner),
Isabel Baquero Cruz, Tobias Burger, Manuel Crepaz

Lanschaftsarchitekt: Haag Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich