Bahnhofareal Liestal

Die Bedeutung des «Bahnhofs» beschränkt sich längst nicht mehr nur auf das Kaufen einer Fahrkarte und das Antreten einer Reise. Bahnhöfe stehen heute vielmehr für schnelllebige Transitorte eiliger Pendlerströme. Das Bahnhofgebäude wird innerhalb des Stadtgefüges immer mehr zu einem Treffpunkt und einem kräftigen Zeichen für die Anbindungen an Nachbarregionen und urbane Zentren. Das Aufnahmegebäude in Liestal erhält in seiner vollen Länge bis zum abschliessenden Bürotrakt die eigenständige Identität, die für die öffentliche Nutzung beansprucht werden kann. Dabei bleibt das transparente Erdgeschoss für den Zugang zur Bahn durchlässig, lediglich unterbrochen durch zwei Vertikalerschliessungen. Darüberliegend sind Büros und Arztpraxen angeordnet, in den beiden oberen Geschossen sind auch Wohnungen denkbar. Die Immissionen der Bahn, die südseitig liegt, erfordern spezielle Lösungen für die innere Organisation sowie für Nutzung und Belichtung der Räume. Erschliessungs- und Nebenraumbereiche sind konsequent bahnseitig angelegt, und die Wohnungen erhalten Luft und Licht über Dachterrassen und Oblichtfenster. Der Bürotrakt übernimmt den Ausdruck des Aufnahmegebäudes, öffnet sich allerdings rundum gleichmässig und seriell, was eine grosse Flexibilität für alle möglichen Nutzungen ergibt. Die gewählte Materialisierung aus Sichtmauerwerk und Betonbändern unterstützt den kräftigen Auftritt als öffentliches Gebäude, bietet den eigenständig gestalteten Neubauten am Bahnhofplatz ein gleichwertiges Gegenüber und gibt dem Bau so seine klare Identität.

PROJEKTDATEN

Projektwettbewerb Februar 2016, 1. Rang

Standort:
Bahnhof Liestal

Auslober:
SBB Immobilien, Development Anlageobjekte Mitte, Olten

Architekt: Burkard Meyer
Projektteam: Oliver Dufner, Daniel Krieg,
Adrian Meyer, Andreas Signer (Verantwortlicher Partner),
Isabel Baquero Cruz, Tobias Burger, Manuel Crepaz

Lanschaftsarchitekt: Haag Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich